Eine Million für Firmengründungen

Anfang Dezember erhielten die erfolgreichen Antragsteller für die aktuelle Förderrunde des Existenzgründungsprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft ihre Förderurkunden in Berlin. Darunter an 7., 8. und 9. Position von links die Projektvertreter des Verbunds „ruhrvalley Start-up-Campus“ Tobias Weißgerber (Hochschule Bochum), Raimond Filges (FH Dortmund) und Pia Grandt (Westfälische Hochschule). Foto: Bildkraftwerk

Im Verbund mit den Fachhochschulen in Bochum und Dortmund hat die Westfälische Hochschule den Zuschlag für Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Exist“ bekommen. Gemeinsam bekommen die Hochschulen rund drei Millionen Euro, jede etwa eine. Mit dem Geld sollen ab Frühjahr 2020 noch nicht gehobene Potenziale für wissensbasierte Unternehmensgründungen in Hochschulen ausgeschöpft werden. Das soll die Gründerszene fördern und für Arbeitsplätze sorgen.

(BL) „Start-ups haben eine hohe strategische Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, so Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zur Übergabe der Förderbescheide in Berlin. „Sie bringen Innovationen voran, sind Motor des strukturellen Wandels und schaffen Arbeitsplätze der Zukunft. Dabei spielen Hochschulen eine entscheidende Rolle als Ideenschmiede für innovative Gründungsförderung.“ Daran wird sich auch die Westfälische Hochschule mit ihren Standorten in Gelsenkirchen, Bocholt und Recklinghausen und damit für ihre Regionen Emscher-Lippe und Westmünsterland beteiligen. Ihr Antrag auf Fördermittel, den sie gemeinsam mit den Fachhochschulen Dortmund und Bochum einreichte, war erfolgreich: Der Verbund erhält drei Millionen Euro, jede einzelne Hochschule davon etwa eine Million Euro. „Durch den Verbund mit Dortmund und Bochum können wir unter dem Dach der gemeinsamen Initiative Ruhr-Valley einen Start-up-Campus für das ganze Ruhrgebiet entwickeln“, beschreibt Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, Präsident der Westfälischen Hochschule, das Ziel. Dort sollen vernetzt mit gründungsfördernden Einrichtungen und etablierten Unternehmen Hochschulstudierende und Absolventen dafür begeistert werden, in möglichst interdisziplinären Teams Firmen zu gründen und ihre innovativen Ideen marktfähig zu machen. Der Start-up-Campus soll die Gründer intensiv für das Unternehmertum trainieren, sie mit Entwicklungspartnerschaften versorgen und mit Pilotkunden zusammenbringen. Fehlende Kompetenzen sollen von Qualifizierungsangeboten aufgefangen werden. „Oberstes Ziel ist für uns, Ausgründungen nachhaltig zu installieren, damit sie sich auch über den Förderzeitraum hinaus fest im Markt etablieren“, so Kriegesmann. Alle Veranstaltungen für den Start-up-Campus finden an allen drei Hochschulen statt, sodass der Campus gleichzeitig in Gelsenkirchen, Bochum und Dortmund zu finden ist.

Der Bund fördert über das Bundesministerium für Wirtschaft Projekte zur Existenzgründung aus der Wissenschaft, abgekürzt „Exist“, mit insgesamt 150 Millionen Euro. Für die aktuelle Förderrunde wurden 220 Anträge von Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften aus ganz Deutschland eingereicht. 142 Hochschulen werden gefördert, davon 15 Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Nordrhein-Westfalen, zu denen auch die Westfälische Hochschule, die Fachhochschule Dortmund und die Hochschule Bochum gehören. Die feierliche Bekanntgabe der Förderentscheidungen fand in der ersten Dezemberwoche in Berlin statt.

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