Gemeinsam geht‘s besser als allein

Gianni Pradal, Alexander Pawlik, Haujin Salih und Leonard Böhm (v.l.n.r.) stellten ihre studentische Beteiligung an der Weltmeisterschaft im Spaghetti-Brückenbau an der Óbuda-Universität in Budapest vor. Ihre Brücke hielt 269 Kilogramm Belastung aus und kam damit auf den sechsten Platz. Der Siegerentwurf schaffte es auf rund 500 Kilogramm Belastung. Foto: WH/BL

Den Sprung zur Serie genommen hat mit ihrer dritten Auflage eine Veranstaltung des Gelsenkirchener Maschinenbau-Instituts, die es sich zum Ziel gesetzt hat, ein kontinuierlich dichter werdendes Netzwerk zwischen Wissenschaftlern der Westfälischen Hochschule und Praxispartnern in der Hochschulregion sowie zu ausländischen Partnern in Hochschulen und Industrie zu knüpfen.

(BL) Daraus ergaben sich drei Veranstaltungsblöcke: Vorträge zu Praxisprojekten der Westfälischen Hochschule mit regionalen Unternehmen der kleinen und mittleren Firmengröße (KMU), die Beteiligung von Studierenden an in- und ausländischen Praxisprojekten und Beiträge ausländischer Kooperationshochschulen. Posterpräsentationen erweiterten die Themen, sodass für zahlreiche Gesprächs-Anknüpfungspunkte gesorgt war. „Stargast“ des Nachmittags war der ungarische Generalkonsul Balázs Szegner, der zu Netzwerken und Diplomatie im 21. Jahrhundert vortrug. Netzwerke, so Szegner, sind persönlich, die Diplomatie verhandelt als bevollmächtigter Repräsentant zwischen Gruppen und Nationen und hilft, die Interessen seiner Staatsbürger zu vertreten.

Julian Eßler von der Gladbecker Firma RS Rittel, deren Spezialgebiet das thermische Spritzen ist, sah den Vorteil der Zusammenarbeit mit einer Fachhochschule in der regionalen Nähe und in der Praxisnähe. Eliteuniversitäten seien zu theoriebezogen, mit der Westfälischen Hochschule habe er als KMU den besseren Dienstleister für wissenschaftlich gesteuerte Entwicklungsmöglichkeiten.

Hans-Peter Hinz von der Firma Ebbinghaus, Kamal Harb, Absolvent der Westfälischen Hochschule und heute ebenfalls Ebbinghaus-Mitarbeiter sowie Dr. Johannes Gräwer von Comsol Multiphysics zeigten, wie in der Kooperation zwischen Hochschule, Betrieb und Softwareanbieter Simulationen mit digitalen Prototypen Forschung und Entwicklung beschleunigen können. Speziell ging es um neuartige Zink-Beschichtungen. Der Einsatz digitaler Prototypen statt im Labor gefertigter Prototypen beschleunige die Entwicklung, bekräftige die Aussagen, minimiere Risiken und Aufwand. Eine abschließende Bewertung sei jedoch dem Schlussversuch in der Wirklichkeit vorbehalten.

Im „studentischen“ Block stellte eine Arbeitsgruppe aus Gianni Pradal, Alexander Pawlik, Haujin Salih und Leonard Böhm ihren Wettbewerbsbeitrag für den Spaghetti-Brückenbauwettbewerb der Budapester Óbuda-Universität vor. Schon die Auswahl der richtigen Nudeln war mit Prüfverfahren im Werkstoffkundelabor verknüpft. Ihr Modell, das entfernt an das Rad eines Pfaus erinnerte, hat im Wettbewerb 269 Kilogramm gehalten und damit den sechsten Platz belegt. Allerdings war das keine zerstörungsfreie Prüfung… Deian Ardeljan, Austauschstudent von der rumänischen Universität „Eftimie Murgu“ in Reschitza, stellte sein Praxisprojekt vor: Eine Smarties-Sortiermaschine aus dem 3-D-Drucker, die mit Farbsensor und nachgeschalteten Schrittmotoren „viele, viele bunte Smarties“ nach Farben sortiert in kleine Auffangbehälter schickte.

Im Hochschulkooperationsblock berichtete Dr. Cristian Chioncel, Prorektor für Forschung und Entwicklung an der Universität „Eftimie Murgu“ davon, wie sich KMU im Banater Bergland auf den Weg zu Forschung und Entwicklung machen. Dr. Barányi István von der Óbuda-Universität in Budapest sprach über die Nutzung von Röntgen-Computer-Tomografen und weiterer Methoden zur Qualitätsprüfung in der additiven Fertigung von Objekten. Insgesamt zählte Dr. Gabriela Marginean über 60 Veranstaltungsteilnehmer, davon rund 40 aus der Industrie.

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