Energiewendeplaner veröffentlicht

Sie erklärten den „Energiewendeplaner“ der Westfälischen Hochschule (v.r.n.l.): Prof. Dr. Markus Löffler, Jan Laubinger und Mark Lux. Löffler ist überzeugt: „Ohne Wasserstoff als Energiespeicher für Ausfallzeiten und mehrjährige Schwankungen von Wind und Sonne wird uns die kontinuierliche Bereitstellung der erforderlichen Energie nicht gelingen.“ Foto: WH/BL

Wenn fossile Brennstoffe irgendwann ganz von sich erneuernden Energieträgern wie Wind und Sonne abgelöst sein werden, droht der Schrecken der Dunkelflaute. Ohne Energiezwischenspeicher gefährdet sie die Versorgungssicherheit der Verbraucher. An der Westfälischen Hochschule ist ein Energiewendeplaner entstanden, der möglichst alle Szenarien vorwegnehmen soll, um geeignete Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen.

(BL) „Durch die Dunkelflaute und über Energie-Nachfragespitzen kommen wir nach der Energiewende nur mit geeigneten Zwischenspeichern“, davon ist Prof. Dr. Markus Löffler vom Energieinstitut der Westfälischen Hochschule überzeugt. Gemeinsam mit Studierenden hat er einen Computer-Energiewendeplaner entwickelt, der es erlaubt, sehr viele, wenn nicht alle entscheidenden Energiegrößen versuchsweise zu variieren und zu simulieren, wie die Energiewende gelingen kann. Der Energiewendeplaner kann derzeit auf CD gegen Erstattung der Produktions- und Versandkosten bestellt werden.

Im Oktober stellten Löffler und die inzwischen ins Berufsleben gewechsten Master-Absolventen Mark Lux und Jan Laubinger den Energiewendeplaner in einem öffentlichen Kolloquium vor, um interessierten Personen den Umgang damit zu erschließen. Der Seminarraum im Hochspannungsgebäude der Westfälischen Hochschule war gut gefüllt und „knisterte“ vor Spannung und Interesse.

In seinem Vortrag spielte Löffler zwei Szenarien duch: Die Zwischenspeicherung von elektischer Energie aus Wind oder Sonne in Batteriespeichern oder in Wasserstoffspeichern. Er selbst ist nach vielen Simulationen sicher: „Ohne Wasserstoffspeicher ist die Speicherproblematik der Energiewende nicht lösbar, Batterien werden es nicht stemmen.“ Allerdings müsste ein Großteil des Wasserstoffs, so Löffler, wahrscheinlich im Ausland erzeugt und nach Deutschland importiert werden.

Mit dem Energiewendeplaner will Prof. Dr. Markus Löffler „allen privaten und juristischen Personen, die in Sachen Energiewende Aussagen tätigen, ein bundesdeutsches und europäisches Standard-Tool kostenlos zur Verfügung stellen, um die Wirkung eigener Ideen auf die Energiewirtschaft 2050 vor deren Veröffentlichung auf Sinnhaftigkeit überprüfen zu können.“ Die Diskussion ist damit eröffnet.