Bioniklabor will Innovationen anregen

Bionik-Laborleiter Prof. Dr. Tobias Seidl freut sich über das aus seiner Sicht äußerst gelungene Design des neuen Labors in Bocholt. Hier wechseln sich verschiedene Raumzonen ab und schaffen eine inspirierende Atmosphäre für kreative und innovative Ideen. Ein solcher Raum, so Seidl, sei an deutschen Hochschulen noch die absolute Ausnahme. Foto: WH/BL

Mitte November weihte das Westfälische Bionik-Institut der Hochschule in Bocholt im Beisein von Hochschulpräsident Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, Bocholts Bürgermeister Peter Nebelo und Dr. Heiner Kleinschneider als Vertreter des Landrats sowie Vertretern aus Wirtschaft und Verwaltung ein neues Bioniklabor ein. Ein Raum zum Denken, Sprechen, Arbeiten und um sich gegenseitig zu neuen Projekten zu inspirieren.

(BL) Die Bionik lässt sich von der Natur zu neuen technischen Anwendungen inspirieren. Jetzt hat sie an der Hochschulabteilung Bocholt auch den dazu passenden räumlichen Rahmen im neuen Bioniklabor. Prof. Dr. Tobias Seidl: „Wir haben bereits Fachlabore für Sensorik, für Leichtbau, für Chemie und Biologie im Studiengang Bionik. Was uns fehlte, war ein Raum, der zu allen Themen passt, in dem sich alle zwanglos oder als kreative Gruppe treffen können, neue Ideen frei durchdenken, sich inspirieren lassen.“ Passend zu dieser Intention verfügt das neue „Labor“ über verschiedene Raumzonen: ein tunnelartiger Eingang, der den Blick auf die verschiedenen Raumzonen fokussiert, eine mit Lounge-Möbeln ausgestattete Ecke zum Träumen und Grübeln, die zugleich den Blick nach draußen öffnet, ein Arbeitstisch, um neue Ideen zu Projekten zu schmieden, Arbeitsboards aus Papier und Technik, um Ideen festzuhalten, eine Schrankwand mit zahlreichen Modellen aus der Arbeit der Bioniker. An der Decke ein Röhrenraster, an dem alles Mögliche test- und anschauungsweise aufgehängt werden kann, nicht nur Modelle von Leichtbauflugzeugen. Und die Lampen greifen biologische Vorbilder auf, etwa wenn sie die Form eine Diatomee haben.
Entstanden ist die Einrichtung in Zusammenarbeit eines „holländisch-zentrierten, internationalen Künstlerkollektivs“ mit einem örtlichen Möbelschreiner, so beschreibt es Laborleiter Prof. Dr. Tobias Seidl. Finanziert wurde die Raumeinrichtung aus Mitteln zur Verbesserung der Lehrsituation, unterstützt von einer Finanzspritze der „Otto Spaleck Stiftung für innovative Technologien“.

Den Bachelor-Studiengang Bionik gibt es seit dem Wintersemester 2010/11 an der Hochschulabteilung Bocholt. Er hat bereits rund 250 Absolventen ins Berufsleben entlassen oder in einen aufbauenden Master-Studiengang wie etwa den Mechatronik-Master. Der Aufbau des Studiengangs wurde von 25 Unternehmen des Westmünsterlandes mit einer Stiftungsprofessor gefördert. Der Studiengang ist, so Seidl, fest mit der Wirtschaft der Region verwurzelt und sorgt dort für innovative Entwicklungsprojekte, die bis zur Einführung bionisch inspirierter Produkte in den Markt reicht, so Heiner Kleinschneider, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken.