20 Jahre Makerspace Bocholt

So feiern Macher, immer hart an der Technik. Unter den Gästen der Jubiläumsfeier zum zwanzigjährigen Bestehen waren auch solche aus dem Gelsenkirchener Makerspace der Hochschule. Foto: Pia Piekarek

Amerika, das Land der angeblich unbeschränkten Möglichkeiten, ist auch immer gut für Innovationen. Allen voran das MIT: das Massachusetts Institute of Technology. Dort initiierte Neil Gershenfeld im Jahr 2002 das erste „FabLab“ und begründete damit die weltweit schnell wachsende „Maker“-Bewegung. Im Gegensatz zu Selbsthilfewerkstätten setzen Makerspaces Hochtechnologien ein und führen vielfach experimentelle Projekte durch. So schreibt es die „Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung – Bundesverband e. V.“ in Wikipedia. Doch halt, bereits seit 1999 gibt es an der Hochschulabteilung Bocholt die „Hardies“ im Labor für Rechnertechnik (Hardies von „Hardware“), die sich damals zwar weder als „FabLab“ noch als Makerspace bezeichneten, in ihrem Tun aber exakt der Definition entsprechen. Ende 2019 feierten sie ihr zwanzigjähriges Bestehen: Es gibt sie immer noch!

(BL) Und der Treff jeden Donnerstag im Labor für Rechnertechnik wird weiterhin gut besucht: von Studierenden, von Schülerinnen und Schülern, von Absolventen und denen, die auch im Beruf nie den Kontakt verloren. „Wir bieten ihnen die Möglichkeit, an eigenen Projekten Wissen zu vertiefen, Neues zu erlernen, technische Ideen auszuprobieren, Erfahrungen auszutauschen und ein Netzwerk zu knüpfen, das schon vielen geholfen hat, einen Praktikumsplatz oder sogar eine Arbeitsstelle zu finden. Und so manchem Schüler, so mancher Schülerin hat es den Weg in ein technisches Studium geebnet“, erzählt Norbert Dirks, wissenschaftlicher Mitarbeiter im RT-Labor. Zum zwanzigjährigen Jubiläum wurde mit aktiven und ehemaligen Teilnehmenden gefeiert. Rund 70 folgten der Einladung, darunter auch rund 30 Absolventen, die extra für diese Feier und zum Teil mit langer Anreise in die „alte Heimat“ kamen, während sie längst woanders im Beruf stehen. Höhepunkt des Abends war eine Vorführung der Hochspannung verbreitenden Tesla-Spule, die neben vielen anderen Projekten im RT-Labor der Hardis entstanden ist (vgl. auch Trikon 1/2015).

„Der Makerspace im RT-Labor in Bocholt richtet sich an alle Studiengänge der Westfälischen Hochschule“, so Dirks, „und er wird auch rege in Anspruch genommen.“ Dadurch, so Dirks, entstünden auch viele interdisziplinäre Projekte. „Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, die Infrastruktur des Labors für eigene Projekte zu nutzen und Ideen umzusetzen, die sonst vielleicht nie realisiert worden wären.

Eines der Projekte war unter vielen anderen die Beleuchtung des Antennenmastes der Hochschulabteilung in Bocholt. Dass diese auf nachhaltiger Technik beruht, erkennt man zu besonderen Anlässen schon von Weitem: Dann strahlt der Antennenmast wie ein Leuchtturm in die Westmünsterländische Nacht und markiert die Hochschule als Hotspot von technischen Innovationen.