Starte mit deinem Business

David Schonebeck erklärte den Teilnehmern die Arbeitsschritte. Foto: WH/Sarah Mecklenburg

Eine Problemlösung, eine gute Geschäftsidee – gefunden. Doch wie geht es dann weiter? Was ist wirklich wichtig bei der Entwicklung eines eigenen Start-ups? Letztens verwandelte sich das Makerspace „Halle1“ der Westfälischen Hochschule zu einer Ideenschmiede. Bei dem Workshop für Gründungsinteressierte konnten die Teilnehmer, Studierende unterschiedlichster Studiengänge, die Schritte einer Gründung selbst durchlaufen und Strategielösungen für reale Probleme entwickeln.

3-D-Drucker, Fräsen, Sägen. Zwischen den Geräten: zwölf Studierende in kleinen Grüppchen, verteilt auf zwei große Arbeitsbereiche. Konzentrierte Gesichter. Angeregte Diskussionen, die nur kurz unterbrochen werden, um die gesammelten Ideen zu Papier zu bringen. In der Halle1 rauchten ausnahmsweise nicht die schweren Maschinen, die Köpfe der Workshopteilnehmer dafür umso mehr. Seit 9 Uhr feilten sie an ihren Konzepten. Unter dem Motto „Ideas are worth shit without execution – start with your business” (Ideen sind nichts wert ohne ihre Umsetzung – starte mit deinem Business) lernten die Studierenden die wichtigsten Grundlagen und Voraussetzungen für die erfolgreiche Entwicklung eines Start-ups kennen. Und dafür mussten sie nicht etwa schon Marketingexperten sein. Ganz im Gegenteil. „Der Workshop ist für gründungsinteressierte Studierende ausgerichtet, die sich mit dem Thema noch kaum bis gar nicht auskennen. Mit dem kostenlosen Angebot wollen wir Interesse wecken und ihnen die Möglichkeit geben in die Strategieentwicklung reinzuschnuppern“, erklärt Pia Grandt, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich „Projektmanagement Gründung“ beim Projekt „/scouts“ und Mitorganisatorin des Gründungsworkshops, der durch die Zusammenarbeit von „LABS“, „d.velop“, „connect.emscherlippe“ und der Westfälischen Hochschule realisiert worden ist.

Was es mit dieser Strategieentwicklung auf sich hat, das weiß Workshop-Leiter David Schonebeck, Manager für Produktstrategie bei dem Softwareunternehmen „d.velop“. In kurzen Einweisungen erklärt er den Teilnehmern jeden einzelnen Arbeitsschritt. Die Umsetzung bleibt den Studierenden jedoch selbst überlassen. In 2er-Teams verfolgen sie den Weg von der Idee bis zum finalen Pitch, einer Präsentation ihrer Strategie – und all das innerhalb von acht Stunden. Dazu gehört die Entwicklung einer „Value Proposition“ – einem Nutzenversprechen an den Kunden, das Skizzieren einer möglichen Lösung, die Betrachtung von Geschäftsmodellen und Analyse des Marktes sowie die Validierung, also eine Überprüfung, ob der Lösungsansatz allen Anforderungen gerecht wird. Dafür wurden für die Teilnehmer bereits im Vorfeld anhand von realen Problemen die Ideen entwickelt, mit denen sie sich nun auseinandersetzen – aber auch eigene Geschäftsideen dürfen verfolgt werden. Für Fragen und Tipps steht ihnen dabei Leiter David Schonebeck gemeinsam mit seiner Arbeitskollegin Sophie Nacke die ganze Zeit über zur Verfügung.

Dass dieses Konzept aufging, zeigte sich um 17 Uhr dann auch bei den finalen Pitches der Gruppen. Allen ist es gelungen eine Strategie rund um ihre Geschäftsidee aufzubauen. Nicht nur David Schonebeck ist mit diesem Ergebnis zufrieden, auch die Studierenden freuen sich über ihren Erfolg. Viele von ihnen wollen sich zukünftig weiter mit dem Thema Gründen auseinandersetzen. So auch der 19-jährige Wirtschaftsstudent Daniel: „Der Workshop hat viele praxisnahe Beispiele geliefert. Ich finde super, dass wir die Gründung Schritt für Schritt durchgegangen sind und freue mich, wenn ich bei weiteren Terminen bestimmte Themen vertiefen kann“.

Diese Möglichkeit hat er laut Mitorganisatorin Pia Grandt auf jeden Fall. „In Zukunft soll der Bereich Gründung weiter ausgebaut werden. Wir planen, regelmäßige Seminare ein bis zwei Mal im Semester anzubieten“, erklärt sie. (Sarah Mecklenburg)

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