Weltweite studentische Entwicklungsprojekte

Ende Oktober besuchten Prof. Dr. Heike Winschiers-Theophilus (M.), Prof. Dr. Agung Nugroho (3.v.l.) und Prof. Dr. José Eduardo Ochoa Luna (4.v.r.) die Westfälische Hochschule zu einem Starttreffen für das Projekt GIPE. Von links: Sara Sanders und Nadine Hackmann, von rechts: Thomas Müller, Prof. Dr. Manfred Meyer und Prof. Dr. Michael Brodmann. Foto: WH/BL

Die Westfälische Hochschule hat mit finanzieller Förderung durch den DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) ein vierjähriges Projekt gestartet, das es Hunderten von Studierenden erlaubt, internationale und interkulturelle Erfahrungen zu machen. Sein Name: GIPE. Das steht für „Global Intercultural Project Experience“.

(BL) Das GIPE-Team an der Westfälischen Hochschule besteht aus Prof. Dr. Manfred Meyer und Thomas Müller vom Bocholter Fachbereich Maschinenbau sowie aus Nadine Hackmann und Sara Sanders vom „International Office“. Als ausländische Partnerhochschulen haben sie die staatliche Universität für Wissenschaft und Technik in Windhoek/Namibia (NUST), die katholische Atma-Jaya-Universität in Jakarta/Indonesien (AJCUI) und die katholische Universität San Pablo in Peru gewonnen. Ende Oktober trafen sich Vertreter aller Hochschulen in Bocholt und Gelsenkirchen, um das Projekt zu starten.

Bis Februar 2020 soll das erste von vier studentischen Durchführungsprojekten vorbereitet werden: ein datenbankgestütztes Webportal zur Sammlung und Pflege wissenschaftlicher Arbeiten für die staatliche namibische Forschungsagentur NCRST. Nicht ausgeschlossen, dass dieses Portal als Treffpunkt zu einer Vernetzung von Wissenschaftlern aus aller Welt führen wird, die in ihm Forschungsgebiete und -ergebnisse vorstellen und so zu mehr weltweiter Forschungstransparenz beitragen.

Als Projektmitarbeiter benennen alle beteiligten Hochschulen interessierte Studierende, 116 von ihnen können über Stipendien für die Projektarbeit sogar an jeweils eine der Partnerhochschulen reisen, viele weitere können über digitale Formate wie Videokonferenzen oder virtuelle Klassenräume mitmachen. Am elften Februar gibt es dazu einen gemeinsamen globalen Start per Videokonferenz, der wegen der Zeitzonen um sieben Uhr morgens in Peru ist, um die Mittagszeit in Namibia und Deutschland und um 19 Uhr in Indonesien.

Aufgrund der unterschiedlichen Vorlesungszeiten an den weltweit verteilten Hochschulen startet die Projekt-arbeit Mitte Februar in Namibia und Indonesien, die Studierenden in Peru stoßen rund vier Wochen später hinzu, die Projektstudierenden der Westfälischen Hochschule Anfang April. Mitte April treffen sich in Gelsenkirchen die Stipendiaten des ersten Projekts von allen Hochschulen, um vor Ort in internationalen Teams gemeinsam an der Namibia-Projektaufgabe zu arbeiten. Ziel ist es, neben den Inhalten des Projekts trotz kultureller Unterschiede ein gemeinsames Projektverständnis zu entwickeln und dadurch sowohl internationale als auch interkulturelle Erfahrungen zu sammeln. „Auf diese Weise sollen die künftigen Absolventen deutlich besser auf eine berufliche Tätigkeit in global agierenden Unternehmen oder Organisationen vorbereitet werden als im rein nationalen Lernumfeld“, so Meyer.

Bis Juli soll das Webportal stehen und dann auch mit Beteiligung der deutschen Teilnehmer an der Partnerhochschule in Namibia zum Einsatz kommen. Nach dem ersten Projekt folgen in jährlichem Rhythmus noch drei weitere. Die Themen dieser Projekte werden jeweils im Vorjahr festgelegt, um auf aktuelle Trends und auf die sich im Lauf des Vorhabens ergebenden Kooperationsmöglichkeiten reagieren zu können. „Im optimalen Fall“, so Meyer, „hoffen wir auf eine Verstetigung dieses internationalen Hochschulentwicklungsprojekts auch über den Förderzeitraum hinaus, sodass es ein dauerhaftes Modell für internationale und interkulturelle Studienerfahrungen werden könnte.“